Parkinson-Syndrom mit Demenz
Die Häufigkeit eines dementiellen Syndroms beim Parkinson-Syndrom wird auf ca. 20%
geschätzt. Das beim Parkinson-Syndrom für die motorische Minussymptomatik
verantwortliche Dopamin-Defizit reicht zur Erklärung des dementiellen Syndroms nicht aus,
da es Patienten mit schwerer motorischer Minussymptomatik, aber ohne Demenz gibt.
Sicherlich steht aufgrund der Erkrankungswahrscheinlichkeit bei einigen Prozent der
Parkinson-Kranken unabhängig gleichzeitig eine DAT, es muß jedoch ein weiterer
Pathomechanismus existieren, der die Demenzhäufigkeit von ca. 20% erklärt.
Untersuchungen mehrerer unabhängiger Arbeitsgruppen legen nun die Annahme nahe,
dass es beim Parkinson-Syndrom und Demenz neben dem Dopaminmangel auch zu einem ausgeprägten
cholinergen Defizit im Vorderhirn kommt. Die Anwendung von Anticholinergika bei Patienten
mit Parkinson-Syndrom und Demenz kann zu einer Verschlechterung der dementiellen
Symptomatik führen, auch akute Verwirrtheitszustände können auftreten.
Aufgrund dieser Befunde wird die Auffassung vertreten, dass Anticholinergika, die ja
bei der Therapie bereits Anwendung finden, bei dem Syndrom Parkinson und Demenz
kontraindiziert sind! |