Glykogenosen
Aus klinischer Sicht lassen sich die Glykogenosen Typ II, III und IV
infolge chronisch progredienter Schwäche und Muskelschwund von den Glykogenosen Typ V und
VII mit im Vordergrund stehender Belastungstoleranz und allenfalls in höherem Lebensalter
kontinuierlich bestehenden Paresen unterscheiden. Bei Erwachsenen sind Typ II und Typ V am
bedeutendsten.
Glykogenose Typ II
Synonyme: Erkrankung bei Mangel an saurer Maltase und M.pompe. Die
adulte Form wird häufig mit progessiver Muskeldystrophie, insbesondere der
Gliedergürtel- und der Becker-Dystrophie, verwechselt.
- neben mäßiger CK-Erhöhung sind häufig auch LDH, GOT und GPT leicht erhöht.
- Das EMG zeigt häufig verlängerte Einstichaktivität v.a. in den Rumpfmuskeln,
myopathisch veränderte Willkürpotentiale und eine veränderte Rekrutierung.
- Histologisch findet sich eine Glykogenspeicherung
- Histo- und biochemisch läßt sich der Nachweis des Mangels bzw. des Fehlens an saurer
Maltase im Muskel feststellen.
- Dystrophin-Bestimmung aus differentialdiagnostischen Erwägungen
Vermeidung von Hypoglykämien, die v.a. bei interkurenten Infekten
auftreten (evtl. zusätzlich nächtliche Mahlzeiten). Aus theoretischen Gründen ist eine
eiweißreiche, kohlenhydratarme Diät zu empfehlen.
Synonyme: Erkrankungen bei Mangel an Phosphorylase und
McArdle-Erkrankung
Autosomal-rezessiv vererbte Krankheit mit belastungsabhängigen
Muskelschmerzen, Schwäche und elektrisch stillen Muskelkontrakturen, die sich in Ruhe
rasch zurückbilden. Einige Betroffene können durch anhaltende dosierte Muskelaktivität
eine Besserung der Schmerzen und der Kraft erreichen ("second-wind"-Phänomen).
- im Ischämiebelastungstest fehlender Lactatanstieg bei normaler Zunahme der
Ammoniak-Konzentration
- histo- und biochemisch Mangel an Muskelphosphorylase nachweisbar
- in der Phosphor-MR-Spektroskopie fehlende pH-Abnahme bei ischämischer Belastung
- Belastungsgrenze nicht überschreiten
- sublingual 10-20mg Isoproterenol (Medihaler®-iso Dosieraerosol)
- Versuch mit proteinreicher Diät
- parenterale oder orale Gabe von D-Ribose erhöht die Belastungsgrenze; aus kalorischen
Gründen kommt dies aber nicht als Dauertherapie in Betracht.
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