Nicht progressive Myotonien
Myotone Symptome wie Bewegungsbehinderung durch verlangsamte Muskelerschlaffung (z.B.
Kontraktionsrückstand nach Faustschluß, "lid lag phenomenon"),
Perkussionsmyotonie, myotone Serien im EMG und Fehlen von Atrophien führen zur Diagnose.
- Myotonia congenita Thomson mit autosomal-dominantem Erbgang und rezessive generalisierte
Myotonie Becker sind muskuläre Chloridkanal-Krankheiten
- Paramyotonia congenita Eulenburg (autosomal-dominantem Erbgang, Zunahme der Myotonie
während Arbeit und in Kälte, evtl. Kältelähmung) und Myotonia fluctuans sind
muskuläre Natriumkanal-Krankheiten.
- Punktmutationen in den entsprechenden Kanalgenen bestätigen die Diagnose
Therapie
Falls eine medikamentöse Therapie erforderlich sein sollte, ist die Gabe von
Mexiletin (Mexitil®)
- nach Ausschluß einer kardialen Reizleitungsstörung zu empfehlen
- Dosierung:
- Tag 1Kps (200mg)
- Tag 2Kps (1-0-1)
- Tag und folgende: 3 Kps (1-1-1)
- eine 4. Kps/d kann versucht werden.
- Erst ab 600mg/d kann mit einem Therapieerfolg gerechnet werden. Alternativ kann die
Retardform (Mexitil®-Depot kps 360mg) gegeben werden (1-2Kps/d). Vorteil: geringere
Nebenwirkung.
Tocainid
Das ebenfalls sehr antimyoton wirkende Tocainid (D: Xylotocan®) sollte wegen eines
kürzlich mitgeteilten Todesfalls infolge Agranulozytose nur bei engmaschiger
Blutbildkontrolle verabreicht werden.
Bei der Paramyotonie ist eine medikamentöse Dauertherapie nicht erforderlich. Eine
sehr wirksame Prophylaxe besteht in der Einnahme von insgesamt 300mg Mexiletin oder 600mg
Tocainid 4-5h vor Kälteexposition.
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