Hirndruck
Wegweiser: Lagerung, Hyperventilation, medikamentöse
Hirndruckbehandlung (Steroide; Osmotherapie: Mannit,
Glycerin; Narkose: Thiopental), chir. Hirndruckbehandlung
Therapie
- Kopf- und Oberkörperhochlagerung (ca. 30°) zur Verbesserung des venösen Abflusses
- Kopftieflage nur bei bestimmten Handlings
- z.B. für Intubation
- Legen von Cava-Katheter
- Hypokapnie (niedriges pCO2)
- führt zur Gefäßverengung und kann dadurch den
intrakraniellen Druck senken
- anzustreben sindpaCO2 von 28-35mmHg
- PEEP-Beatmung wegen
des verminderten venösen Rückstroms möglichst vermeiden.
Man verwendet Steroide bei perifokalem vasogenem Ödem
(z.B. Tumor).
Entsteht Hirndurck durch eine andere Ursache
(Insult, Blutung, SHT...), verwendet man Osmodiuretika bzw. chirurgische
Hirndrucktherapie, aber keine Steroide!
- Dexamethason (z.B. Fortecortin®)
- initial 40mg i.v. als Bolus
- danach 4 x 6-8mg/d i.v. für 3-4Tage
- danach je nach Befund ausschleichen
- bei Schädel-Hirn-Trauma sofort 100mg Dexamethason i.v., später keine sichere Wirkung
mehr.
- Stets an Magenschutz denken, z.B. mit H2-Blockern, z.B.:
- A: Ulcusan® 40mg abends
- D: Sostril® 300mg ftbl abends
Osmodiuretika
Aufbau eines osmotischen Gradienten zwischen Hirngewebe und Blut;
sinnvoll nur bei erhaltener Blut-Hirn-Schranke.
Dosisrichtlinie ist die Serumosmolarität, sie soll zwischen
320-335mmosmol/l liegen.
- Kontraindikationen
- Hypovolämie, Nieren- und Herzinsuffizienz
- Gefahr des Rebounds und der Volumen- und Elektrolytentgleisung (regelmäßige Kontrollen
erforderlich!)
- Präparate:
- A: Mannit® Leopold 15% 250ml 4-6x 125ml/d
- D: Mannitol Infusionslösung® 15 250ml 4-6x 125ml/d
- für die Dauertherapie geeignet
- 500ml i.v. in 4-5h
- oder kontinuierlich über 24h 500ml
- maximale Dosis 1500ml/d
- Kontrolle der Serumosmolarität
- Ziel: 320-335mosmol/l
- Anm.: normale Osmolarität liegt bei 280-296mosmol/l
- peripherer Zugang ausreichend
längerfristige Therapie
Ist eine langfristige Hirndrucktherapie erforderlich, z.B. während
Bestrahlung bei Hirntumor, können Corticosteroide und Osmodiuretika auch oral verabreicht
werden.
A: Thiopental®
D: Trapanal®
- Ultimo ratio
- kurz wirksame Barbiturate
- initial 5mg/kgKG i.v. als Bolus
- Dauerinfusion mit 2-4mg/kgKG/h
- Ziel: "burst and suppression"-Muster im EEG
- Gefahr: kardiotoxische Wirkung
- KI: Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- bei Arrhythmie: Dosisreduktion oder Therapieabbruch
Ventrikeldrainage
Hämatomentleerung
Vital indiziert bei akuten epi- und subduralen Hämatomen; zu erwägen
bei intrazerebralen Massenblutungen mit vital bedrohlicher Hirndrucksteigerung, wenngleich
die Prognosebesserung unsicher ist.
Operative Entfernung
Hirndruckmessung
- Eine Hirndruckbehandlung sollte nach Möglichkeit unter kontinuierlicher Druckmessung
erfolgen
- entweder epidural (Vorteil: geringe Infektionsrisiko)
- oder intraventrikulär
(Vorteil: Möglichkeit der Liquordrainage bei Druckspitzen und der Instillation von
Medikamenten)
- weiters Verlaufskontrollen des Hirndrucks
- CCT (z.B. Ventrikelweite Cella media, Raumforderungszeichen,
Einklemmzeichen)
- EEG (Allgemeinveränderungen, Herdzeichen)
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