Hypertensive Enzephalopathie
Ätiologie
Idiopathische Hypertonie, Phäochromozytom, Eklampsie, selten während eines zerebralen
Anfalls, Tyraminbelastung bei MAO-Hemmer-Einnahme.
Pathogenese
Plötzliche zusätzliche Blutdruckspitze (> 200/130mmHg) mit Zusammenbrechen der
Autoregulation und maximal erweiterten zerebralen Gefäßen. Dabei kommt es zur Störung
der Blut-Hirn-Schranke, vasogenem Hirnödem und fibrinoiden Gefäßwandnekrosen.
Klinik
Kopfschmerzen, Übelkeit, erbrechen, Sehstörungen (bis zur Amaurose), zunehmende
Bewußtseinstrübung mit Verwirrtheit, zerebrale Anfälle, Herdzeichen (Hemihypästhesie,
Hemiparesen). Komplikationen: Subarachnoidalblutung (häufig zerebrale Massenblutung),
Papillenödem, Netzhautblutungen, Herzinfarkt.
Therapie
Vorsichtige Blutdrucksenkung (aufgrund des Fehlens intakter Kompensationsmechanismen
der zerebralen Gefäße könnte bei zu deutlicher Blutdrucksenkung eine Minderperfusion
eintreten), zunächst auf 160-170/100mmHg für ca. 24h, danach 130-150/95mmHg.
- Nifedipin (Adalat®) 5-10mg/d zerkaut schlucken, bei weiterbestehender Hypertonie nach
15 min erneut 5-10mg Nifedipin (bessere Steuerung durch Nifedipin i.v. 5mg in 50ml
Infusionslösung in 4-8h, maximal 15-25mg/24h). Abfangen überschießender
Blutdrucksenkung durch isotone NaCl-Lösung i.v. Begleiterscheinung: Kopfschmerz,
Tachykardie.
- Sollte trotz Calciumantagonisten der Hypertonus anhalten: Clonidin (Catapresan®) 0,10mg
(1 A mit isotonem NaCl auf 10ml verdünnen) langsam unter Pulskontrolle i.v.
(Begleiterscheinung: Sedierung, Blutdruckanstieg möglich .. siehe B.1-2) oder
Dihydralazin (z.B. A/D: Nepresol®) 6,25mg (1/4 A) langsam i.v. (1A mit 10ml NaCl 0,9%
verdünnen).
|