Kongenitale Myopathien mit
Strukturanomalien
Klinik
Generalisierte muskuläre Hypotonie und symmetrische, proximal betonte
Muskelschwächen von Geburt an ("floppy infant"), meist ohne Progression oder
sogar mit leichter Besserung im Kindes- und Jugendalter. Die Muskeleigenreflexe sind nicht
oder nur schwach auslösbar. Manchmal bestehen Skelettauffälligkeiten wie hoher Gaumen,
Hüftgelenksluxation, Skoliose, Fußdeformitäten o.ä. Vereinzelt wurden progressive
Verläufe berichtet.
Labordiagnostik
- EMG: myopathische Veränderungen
- histologisch, histochemisch oder elektronenmikroskopisch sichtbare Strukturanomalien wie
central cores, nemaline rods, reducing bodies, fingerprint bodies o.ä.
Therapie
Keine spezifische Therapie bekannt. Krankengymnastik zur
Kontrakturprophylaxe, ggf. orthopädische Behandlung. Angepaßtes Krafttraining soll
Muskelkraft und Ausdauer verbessern. Bei einer Unterform der Myopathien mit tubulären
Aggregaten, der Myopathie mit myasthener Reaktion, sprechen die Patienten auf
Cholinesterase-Hemmer an. Die Acetylcholinrezeptoren-Antikörper sind bei dieser
kongenitalen Myopathie negativ.
Von allgemeiner Bedeutung ist, dass Patienten mit central core disease
häufig die Anlage zu maligner Hyperthermie besitzen (siehe dort). |