Kraniopharyngiome
Die histologisch benignen, langsam wachsenden Kraniopharyngiome gehen von
Plattenepithelresten in der Zona intermedia der Hypophyse, von Rudimenten der
Rathke-Tasche aus. Sie liegen meist supra- und intrasellär, selten nur supra- bzw. nur
itnrasellär. Innerhalb des Tumors finden sich häufig gekammerte, cholesterinhaltige
Zysten. Ausgedehntere Kraniopharyngiome können in den 3. Ventrikel. z.T. mit
Foramen-Monroi-Blockade, und auch in die Seitenventrikel vorwachsen. Häufig kommt es zu
Verkalkungen.
Klinik
Häufiges Initialsymptom sind Visusstörungen und Gesichtsfeldausfälle; hinzu kommen
endokrine Ausfallserscheinungen wie Minderwuchs, Pubertas tarda, Diabetes insipidus,
Zeichen intrakranieller Drucksteigerung bei vorhandener Foramen-Monroi-Blockade und
meningitische Zeichen bei Austritt cholesterinhaltiger Zysteninhaltes in den
Subarachnoidalraum.
Therapie
- Versuch einer operativen Tumorentfernung (z.T. transsphenoidal, z.T. transkraniell); bei
kompletter Tumorentfernung ist eine Dauerheilung möglich. Allerdings ist die radikale
Exstirpation aufgrund der oft großen Ausdehnung und schlechten Abgrenzbarkeit dieser
Prozesse nicht selten problematisch und risikoreich.
- Zur Behandlung einer Liquorabflußstörung bei Foramen-Monroi-Blockade kann die Anlage
eines Ventils (y-Drainage) nötig werden. Durch Zystenpunktion und Drainage über ein
Reservoir kann eine Entlastung vorgenommen werden.
- Mit stereotaktischen Instillation radioaktiven Materials in Kraniopharyngiomzysten
läßt sich die davon ausgehende Raumforderung oft günstig beeinflussen. Mehrere Autoren
zufolge wird durch zusätzliche Strahlentherapie die Überlebensrate erhöht.
- Da sich die endokrinen Störungen durch Kraniopharyngiomentfernung häufig
zurückbilden, gegebenenfalls Substitutionstherapie
|