Intrakranielle maligne Lymphome
Bei den intrakraniellen Lymphomen sind primäre zerebrale maligne
Lymphome von sekundären malignen Lymphomen bei generalisierter, zunächst außerhalb des
ZNS lokaliserter Grundkrankheit zu unterscheiden.
Bei den primären ZNS-Lymphomen ist die Systematisierung im Hinblick
auf Hodgkin-Lymphomen nicht eindeutig; es erfolgt eine Unterteilung nach der Kieler
Klassifikation der NON-Hodgkin-Lymphome, wobei meist Formen hohen Malignitätsgrades,
überwiegend immunoblastische und zentroblastische Lymphome vorkommen. Sekundär kann es
sowohl zu Hodgkin- als auch zu Non-Hodgkin-Lymphomen kommen.
Klinik
Klinisches Bild entsprechend der Lokalisation. Bei meningealem Befall
kommt es zu Hirnnervenausfällen, bei spinalem Befall zu radikulären und
Querschnittssymptomen.
Diagnostik
- neuroradiologische Verfahren
- Liquorzytologie inkl. Immunzytologie
- Liquorelektrophorese (oligoklonale Banden)
Therapie
- Die Aussagen zum Wert operativer Maßnahmen sind nicht einheitlich. Eine histologische
Diagnosesicherung ist häufig durch stereotaktische Biopsie möglich.
- Sowohl bei primären als auch bei sekundären intrakraniellen Lymphomen haben
Strahlentherapie und Gabe von Kortikosteroiden einen hohen Stellenwert. Bei sekundären
ZNS-Lymphomen sind trotz guten Ansprechens und klinischer Besserung die mittleren
Überlebenszeiten relativ kurz. Dies dürfte Ausdruck des generalisierten Krankheitsbildes
sein. Bei den primären zerebralen Non-Hodgkin-Lymphomen sind auch Überlebenszeiten von
3-5 Jahren beschrieben. Rezidive innerhalb des ZNS sind jedoch häufig. Wegen möglicher
spinaler Beteiligung wird z.T. auch die Radiatio im Rückenmarksbereich empfohlen.
- Bezüglich einer systemischen Chemotherapie (z.B. mit Methotrexat) wurde sowohl bei
primären als auch bei sekundären ZNS-Lymphomen über positive Erfahrungen berichtet.
Anderorts wird bei den primär zerebralen malignen Lymphomen die adjuvante Chemotherapie
zwar nicht generell empfohlen, bei hochmalignen Formen und meningealer Aussaat allerdings
doch als sinnvoll erachtet: Cytosin-Arabinosid (bis 150mg/m2 1-4 alle 3 Wochen).
Unumstritten ist bei der meningealen Aussaat die intrathekale Chemotherapie (siehe
dort).
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