Maligne Gliome
(Glioblastom, malignes Astrozytom, malignes Oligodendrogliom, malignes Ependymom)
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Das Glioblastom kann als Tumor nicht
mehr auf einen bestimmten Zelltyp zurückgeführt werden. Histologisch
finden sich Zellatypien, Gefäßproliferationen und Gefäßkurzschlüsse.
Hämorrhagien, Verfettung und Verkalkung. Das Glioblastom ist der
häufigste gliöse Tumor mit höchster Erkrankungswahrscheinlichkeit im
5.-6. Dezenium. Glioblastome sind dem Malignitätsgrad IV mit raschem,
infiltrativem Wachstum zuzuordnen. Gelegentlich wird eine Metastasierung
im ZNS beobachtet. Die Prognose der Glioblastome gilt als infaust, wobei
die Prognose der Riesenzellglioblastome etwas günstiger ist.
Bild: Hirnschnitt eines parietalen Glioblastoms |
Klinik
Bei charakteristischerweise kurzer Anamnesedauer Ausfälle in Abhängigkeit von der
Tumorlokalisation wie Hemiparesen, zerebrale Krampfanfälle, hirnorganische Psychosyndrome
und relativ oft Zeichen gesteigerten intrakraniellen Druckes.
Therapie
Operation
Möglichst weitgehende Tumorentfernung. Dadurch ist zum einen evtl. eine Verlängerung
der Überlebenszeit und eine Besserung neurologischer Ausfallserscheinungen, zum anderen
eine histologische Diagnosesicherung möglich. Ein anderes Konzept sieht, insbesondere bei
ungünstiger Lokalisation oder großer Ausdehnung des Tumors, die histologische
Diagnosesicherung durch stereotaktische Hirnbiopsie und anschließend die Bestrahlung vor.
Postoperative Strahlentherapie
Wenngleich die malignen Gliome eine relativ hohe Strahlenresistenz aufweisen, so kann
man doch durch Strahlentherapie ein Lebensverlängerung von 1-6 Monaten erreichen.
Chemotherapie
Durch eine Chemotherapie maligner Gliome mit BCNU und ACNU postoperativ oder
zusätzlich zur Bestrahlung ließ sich die mediane Überlebenszeit insgesamt nur
geringfügig verlängern; es ergab sich aber doch ein größerer Anteil längerfristig
überlebender. Procarbazin und Streptozotocin waren etwa ähnlich wirksam wie BCNU (s.o.).
Insgesamt stellt die Chemotherapie bei den malignen Gliomen eine adjuvante Therapieform
dar; sie wird derzeit nicht an die Stelle von Operation und/oder Bestrahlung treten
können.
Rezidivbehandlung
Abhängig von klinischer Gesamtsituation sowie auch von der Lage des Rezidivtumors. Bei
liquorraumnahen Tumoren Monitoring des Liquors, ggf. intrathekale Chemotherapie.
- Reoperation bei gutem Allgemeinzustand des Patienten und günstiger Lage eines nicht zu
ausgedehnten Rezidivs
- erneute Bestrahlung in der Regel nicht mehr möglich
- erneute Chemotherapie von fraglichem Effekt
- intraarterielle Chemotherapie bislang keine klinische Routinemethode
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