Clozapin
- Leponex® 25mg tbl, 50mg tbl, 50mg Amp (i.m.)
Substanzgruppe
- Dibenzodiazepin-Derivat
- Neuroleptikum:
- Clozapin gehört zu den atypischen Neuroleptika, wie z.B. Risperidon (Risperdal®),
Sulpirid (Dogmatil®, Meresa®), Zotepin (Nipolept®)
Wirkung
- rasch dämpfend
- stark antipsychotischer Wirkung
- keine extrapyramidalen Störungen (solche können durch viele andere Neuroleptika
vorkommen)
- von Vorteil bei Parkinson und Tremorsyndromen
- keine Dyskinesien oder Dystonien
- daher einsetzbar bei tardiven Dyskinesien, die durch andere Neuroleptika ausgelöst
wurden
IND
- nur wenn folgende Bedingungen gegeben sind
- wenn andere Neuroleptika nicht ausreichen oder entsprechende NW haben
- bei Parkinsonsyndrom mit psychotischen Symptomen (vorher aber überlegen woher diese
kommen, erst an NW der bisherigen Th. denken u. versuchen umzustellen)
- normale Granulozytenzahl vor Beginn der Bandlun notwendig
- regelmäßige hämatologische Untersuchug muß gewährleistet sein
- schizophrene Patienten
- Psychosen (mit produktiver Symptomatik) im Rahmen von Parkinson
- schwer beherrschbare Tremor-Syndrome
DO
- beginnen mit 12,5mg/d langsam einschleichen
- in ersten 3 Wochen bis max. ca. 300mg steigern
- abends dosieren
- bei Dosen über 200mg auf 2 Tagesdosen aufteilen
- Dauer: je nach Indikation.
- Beenden der Therapie
- bei geplantem Ende: Ausschleichen (bei Psychosen)
- ist Ausschleichen nicht möglich (z.B. Granulozytopenie): sofort absetzen und Patient
überwachen (Psychose kann wieder auftreten)
NW
- Granulozytopenie (bis hin zur Agranulozytose)
- selten aber gefährlich
- bildet sich zurück nach Absetzen
- tritt meist in ersten 18 Behandlungswochen auf
- wird Clozapin nicht abgesetzt: lebensbedrohlich!
- bei hohen Dosen sind Krampfanfälle möglich (besonders über 450mg/d)
- myoklonisch oder generalisiert
- EEG: Spike-Wave-Komplexe
- Therapie der Anfälle: Nicht mit Carbamazepin (da es auch myelosuppressiv ist)
- Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel
- Gewichtszunahme
- Kreislaufbeschwerden, Atembeschwerden
- Temperaturanstieg (in den ersten Behandlungswochen)
- bei gleichzeitiger Gabe mit Lithium, Gefahr eines malignen neuroleptischen Syndroms
Kontrollen
- Leukozytenzahl und Differenzialblutbild
- in den ersten 18 Wochen wöchentlich
- danach min. 1x/mon
- Alarm wenn Leukos < 3500 (siehe einschlägige Literatur)
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