Narkoleptische Anfälle
Klinik
Der narkoleptische Anfall ist eine nicht seltene Ursache für plötzlich auftretende
Bewußtseinsstörungen. Das Syndrom besteht aus 4 charakteristischen Zeichen:
- imperative Einschlafattacken (10 60min Dauer, Patient erweckbar)
- affektive Tonusverluste, Kataplexien (z.B. beim Lachen, kann partiell, evtl. auf wenige
Muskeln beschränkt sein)
- hypnagoge Halluzinationen
- Schlaflähmung
Es gibt (nach Meier-Erwert) zwei Kernformen der Narkolepsien
- Typ REM-NREM: Vorherrschen von Kataplexien und stärker ausgeprägten Vigilanzdefiziten
- Typ NREM-REM: abortives Bild mit Vorherrschen von Einschlafattacken (Kataplexien sind
selten und meist nicht behandlungsbedürftig)
Diagnostik
Die klinische Diagnose einer Narkolepsie kann gestellt werden, wenn folgende Symptome
beobachtet werden
- über mindestens 6 Monate kontinuierlich auftretende imperative Einschlafattacken
- mindestens 3 durch Emotionen ausgelöste charakteristische affektive Tonusverluste.
Neben den o.g. Symptomen können auch noch automatisches Verhalten (DD: komplex partielle
Epilepsie) und gestörter Nachtschlaf auftreten. Für die exakte Diagnose sollten
verschiedene Laboruntersuchungen, auch in einem Schlaflabor, durchgeführt werden.
- pathologisches Schlafprofil
- verkürzte Einschlaflatenz mit zweimaligem Auftreten von Sleep-onset-REM im multiplen
Schlaflatenztest
- schlechtere Leistung beim Daueraufmerksamkeitstest
- positiver HLA-DR2-Faktor bei fast 100% aller Narkolepsiepatienten
Therapie
Nicht-medikamentöse Therapie
- Rhythmisieren des Tagesablaufes mit gleichbleibenden Tageszeiten
- reichliche Mahlzeiten; Alkohol und Milchprodukte sind schlaffördernd, deswegen
häufigere kleiner Mahlzeiten; Alkohol möglichst meiden, ebenso Milchprodukte höchstens
vor dem Schlafengehen zu sich nehmen
- auch der dauernde Genuß von Nikotin erhöht die Einschlafneigung, deshalb besser meiden
Pharmakotherapie
- Psychostimulanzien
- Pemolin
- Mazindol unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz
- Fenetyllin
- L-Ephedrin
- Methylphenidat
- Amfetaminil
Hauptsächlich wird die NREM-Symptomatik beeinflußt. Da man sich auf eine
Langzeitbehandlung einstellen muß, möglichst geringe Dosis; da viele Psychostimulanzien
mit der Zeit an Wirkung verlieren und eine Dosiserhöhung die Nebenwirkungen verstärkt,
Medikamentenferien.
- Betablocker
- Propranolol (Dociton®): Besonders die akute Anwendung ist wirksam, die Langzeitwirkung
ist bei gamma-Hydroxybuttersäure besser.
- L-DOPA (Madopar®, Sinemet®): Zeigt günstige Wirkung auf die Einschlafattacken
Selbsthilfeorganisation: Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft
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