Operation bei Myotonien und episodischen Lähmungen
Depolarisierende Relaxantien lösen bei Myotonien eine langanhaltende
myotone Reaktion u.a. der Kau-, Schlund- und Thoraxmuskulatur aus. Dadurch kann es zu
einer anästhesiologischen Notfallsituation mit Ateminsuffizienz kommen. Die Beatmung
über die Maske ist erschwert, dasselbe gilt für die Intubation. Depolarisationsblocker
sind somit kontraindiziert, während Stabilisationsblocker eingesetzt werden können.
Depolarisierende Relaxantien können bei der Anlage zu episodischen Lähmungen Attacken
auslösen, die Stunden bis Tage anhalten und neben der Extremitätenmuskulatur evtl. auch
die Rumpf- und Atemmuskulatur einbeziehen. Da auch Abkühlung der Muskulatur die myotone
Reaktion verstärken bzw. eine Lähmung verursachen kann, sollte der Patient durch
wärmeisolierende Decken oder Heizstrahler und das OP-Gebiet durch heiße Kompressen und
Lösungen vor Unterkühlung geschützt werden. Es besteht kein Zusammenhang mit maligner
Hyperthermie.
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