Therapie bei Paresen
Physikalische Maßnahmen
Empfohlen wird ein schonendes, regelmäßiges, isometrisches Training paretischer
Muskelgruppen. Im Initialstadium haben sich Radfahren (auf Heimtrainer) und Schwimmen
besonders bewährt. In fortgeschrittenen Stadien: regelmäßige Krankengymnastik mit
aktiven und passiven Bewegungsübungen (Kontrakturprophylaxe insbesondere im
Schultergelenk!), Atemgymnastik.
Schienen sind bei den rasch progredienten Formen meist nur von begrenztem Wert;
bewährt haben sich aber:
- Peroneusschiene bei Fußheberschwäche
- Abductor-pollicis-Schiene zur Abduktion des Daumens (bei vorhandener Funktion der
Fingerbeuger wird hierdurch das Greifen größerer Gegenstände gebessert)
- Halskrawatte oder Stützapparat bei ausgeprägter Schwäche der Kopfstrecker
- Korsett bei Beteiligung der Rückenmuskulatur
- bei nur langsam progredienten Erkrankungen (spinale Muskelatrophie) können auch
aufwendigere Orthesen über lange Zeit zur Stabilisierung im Gelenkbereich und damit zum
Funktionserhalt beitragen
- Hier sind ggf. auch Skolioseoperationen zur Erhaltung der Sitzfunktionen des Patienten
sowie Sehnenverlagerungen zur Aufrechterhaltung der Beweglichkeit in den Extremitäten
gerechtfertigt.
Medikamentöse Therapie
Medikamentös kann, insbesondere bei Bulbärparesen, der Versuch mit Mestinon® bis
3x40mg/d durchgeführt werden. Absetzen dieser Medikation bei Erfolglosigkeit nach
spätestens 3 Monaten.
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