Phantomschmerz
Phantomschmerzen treten bei einem erheblichen Prozentsatz von Amputierten auf.
Pathogenetisch spielen die Stumpfverhältnisse (Neurom, Narbe, Splitter) eine gewisse
Rolle. man ist heute zunehmend der Meinung, dass auch regenerative Prozesse im ZNS an der
Entstehung der Beschwerden beteiligt sind. Phantomschmerzen werden distal projiziert, sind
konstant oder anfallsartig. Die Beschwerden haben die Tendenz, mit dem Alter zuzunehmen.
Sie sprechen oft gut auf Opiate an, weswegen bei vielen Patienten Suchtgefahr besteht.
Therapie
- die Therapieerfolge mit TENS sind bei Phantomschmerz gut. Initial liegen sie bei 80%,
nach 4 Jahren noch bei 47%. Man kann die Implantation einer epiduralen
Stimulationselektrode versuchen, wenn die TENS keinen befriedigenden Erfolg zeigt. Auch
mit den epiduralen Sonden sind die Therapieerfolge bei Phantomschmerzen besser als bei
anderen Schmerzsyndromen.
- Die medikamentöse Therapie ist aufgrund der langen Dauer der Beschweren schwierig
- Gabapentin 3x 300mg (Anfangsdosis) bis max.
3600mg/d p.o.
- Carbamazepin
- akut: Tramal® 20gtt
- Einige Patienten sind an Opiate gewöhnt. Die Aussichten bei dieser Gruppe sind oft
schlecht.
- In bisher noch unzureichend überprüften Studien werden lang anhaltende Therapieerfolge
unter Calcitonin 200 IE in NaCl als Kurzinfusion
berichtet. Der Wirkmechanismus ist unbekannt.
- Oft treten Phantomschmerzen in Kombination mit Stumpfschmerzen auf oder sind durch die
elektrisierenden oder schmerzhaften Parästhesien aus einem Stumpfneurom getriggert. In
diesen Fällen kann die Exzision des Neuroms weiterhelfen. Einige Untersuchungen weisen
allerdings darauf hin, dass die Neigung zu Neuromen individuell unterschiedlich ist und
sich auch bei den operierten Patienten erneut Neurome einstellen (vgl. Die
Narbenkeloid-Neigung). Dennoch führt die Exzision des Nervenend-Neuroms bei
Stumpfschmerzen zumindest zu einer mittelfristigen Besserung.
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