Orthostatische Hypotonie
Common faint oder vasovagale Synkope
Die Auslösung erfolgt durch Angst, Schmerz oder Suggestion. Es kommt zu
Blutdruckabfall, Bradykardie. In der Folge kommt es zu verminderte Hirndurchblutung und
Bewußtseinsverlust. Th: Horizontale Lagerung, sonst meist keine spezielle Therapie
erforderlich.
Hypotonie Dysregulation im Alter
Im Alter ist die Gefäßregulation eingeschränkt, es kann zu Blutdruckabfall bei
Lagewechsel kommen. Zerebrale Durchblutungsstörungen können auftreten, diese werden mit
durchblutungsfördernden Medikamenten behandelt (Trental®, Hydergin®). Sollte eine
Herzinsuff. die Ursache sein, ist diese zu behandeln. Nächtliche Hypotonien sprechen oft
gut auf Koffein an.
Symptomatische orthostatische Dysregulationen
Hierunter faßt man verschiedene Ursachen zusammen
- Polyneuropathien mit vegetativer Beteiligung
- RückenmarksläsionenHirnstammsyndromen
- Tabes dorsalis
- M. Parkinson
- Adie-Syndrom
- AIDS
- Medikamente
- Antihypertensiva
- Antiarrhythmika
- Koronarmittel
- Neuroleptika
- Antidepressiva
- Dopaminagonisten
- u.a.
Idiopathische orthostatische Hypotonie (Shy-Drager-Syndrom)
Es handelt sich um eine multiple Systematrophie mit zentralem autonomen Defektsyndrom
durch Untergang der intermediolateralen sympathischen Kernsäule. Neben der Hypotonie
findet man hierbei weiters
- Gefühlsstörungen
- Muskelatrophie
- Stridor
Bradbury-Eggleston-Syndrom
ist ein diopathisches peripheres autonomes Defektsyndrom.
Allgemeine Therapie-Prinzipien
Bei intakter Autoregulation der Hirngefäße können Patienten mit autonomen
Defektsyndrom syst. Blutdruckwerte bis 70mmHg im Stehen tolerieren, ohne Schwindel zu
verspüren, oder bewußtlos zu werden. Die Autoregulationsbreite der Hirngefäße scheint
größer als beim Gesunden zu sein. Denkt daran, bevor du behandelst. Im Liegenentwickeln
manche Patienten wegen insuffizienter Barorezeptor-Reflexe einen Hochdruck. Dies führt
auf die Dauer zur Zunahme des zerebralen Gefäßwiderstandes. Man versucht im Stehen
weniger Blut versacken zu lassen (Stützstrümpfe) oder das Gesamtvolumen des Blutvolumens
zu erhöhen (Vorsicht bei Herzinsuff.). Viele Patienten mit autonomen Defektsyndrom zeigen
einen renalem Natrium-Verlust im Liegen. Dieser führt zur Verminderung des
extrazellulären Flüssigkeitsvolumens.
Physikalische Maßnahmen
Allgemeines Gefäßtraining
Kneippsche Güsse, Wechselbäder, sportliche Betätigung, soweit der Allgemeinzustand
des Patienten dies erlaubt.
Elastische Binden, Stützstrümpfe
Werden zur Reduktion des im Stehen sequestrierten Blutvolumens nur als
Übergangslösung empfohlen, da hierdurch die dehnungsabhängige Kontraktion der glatten
Gefäßmuskulatur, die auch in denervierten Blutgefäßen noch funktioniert, verhindert
wird.
"Head-up tilt"
Infolge Reduktion des Nierenarteriendrucks mit Stimulierung des
Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus kann durch aufrechte Lagerung des Oberkörpers
während des Schlafs der nächtliche renale Natrium- und Wasserverlust vermindert und das
Blutvolumen gesteigert werden.
Pharmakotherapie
Fludrocortison
- A/D: Astonin®-H tbl (0,1mg Fludrocortison): (1-2 tbl/d)
- Erhöht in einer Dosierung von 1 x 0,1mg/d die Wirksamkeit endogen freigesetzten
Noradrenalins, ohne eine Hypertension im Liegen zu begünstigen
- Höhere Dosen (2-3 x 0,1mg/d) wirken zusätzlich durch Zunahme des Blutvolumens
(Natriumretention) und Steigerung des Herzminutenvolumens.
- Genaue Überwachung der Kreislaufparamter ist obligatorisch.
Sympathomimetika
- sollten als Dauertherapie nicht gegeben werden
- wegen möglichen Hypertonus im Liegen (Gefahr der Ausbildung oder Verschlimmerung eines
bereits bestehenden)
- direkte Sympathomimetika
- Phenylephrin
- Norfenefrin
- Etilefrin
- indirekte Sympathomimetika
- Alfa-Mimetika
- hiergegen gelten die gleichen Vorbehalte
- z.B. Midodrin (Gutron® A, tbl, gtt), durchschnittliche Dosis
2 x 2,5mg/d
- indirekte Alfa-Mimetika
- Ameziniummetilsulfat (in A: mir nicht bekannt; D: Regulton®)
- hat angeblich keine wesentliche Blutdruckanhebung im Liegen
Sekale Alkaloide
- Ergotamin und Dihydroergotamin wirken einerseits alfa-sympatholytisch (besonders die
dihydrierte Form) und dadurch erweiternd auf normal innervierte Widerstandsgefäße,
andererseits direkt konstriktorisch auf venöse Kapazitätsgefäße. Die Verhältnisse der
Wirkungen ist dosisabhängig. Bei der Behandlung orthostatischer Dysregulationen wird der
Effekt auf die Kapazitätsgefäße ausgenutzt.
- Ergotamin
- Avamigran®, Cavergot®, Migril®,
Synkapton®
- Dihydroergotamin
- Detemes®, Dihydergot®, Ergont®, Ergovasan®
- Für die kontinuierliche Behandlung mit Sekale-Alkaloiden gelten jedoch ähnliche
Vorbehalte wie bei den Sympathomimetika, wobei noch zusätzlich die bekannten Risiken
einer Dauerbehandlung mit Ergotamin-Präparaten zu bedenken sind.
Clonidin
- Catapresan®
- senkt beim Gesunden und beim Hypertoniker durch seinen zentralen Angriff am
Vasomotorenzentrum den Blutdruck
- Zusätzlich besitzt Clonidin peripher alfa-mimetische Eigenschaften, die im Falle einer
vegetativen Dezentralisierung (z.B. bei Tetraplegie) oder bei
Denervierungsüberempfindlichkeit der peripheren alfa-Rezeptoren überwiegen können und
evtl. therapeutisch auszunutzen sind.
- Umgekehrt sollte Clonidin bei Patienten mit unklaren zentralnervösen und vegetativen
Störungen nicht unkritisch zur Behandlung von hypertensiven Krisen eingesetzt werden.
Octreotid
- A/D: Sandostatin® (0,05mg A, 0,1mg A, 0,2mg A)
- zur Therapie der orthostatischen Hypotonie (z.B. Shy-Drager-Syndrom)
- Studien zufolge in niedrigen Dosen 0,2-0,4mikro g /kg s.c
- in schweren Fällen in Dosen bis zu 0,4-1,6mikrog/kg s.c
- NW: manchmal stark: vorwiegend gastrointenstinal
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