Hyperhidrose
Vermehrtes Schwitzen kann z.B. im Rahmen eines M.Raynaud, M.Parkinson, einer
Muskeldystrophie oder kranial von Rückenmarks-Querschnittsläsioen auftreten. Am
häufigsten ist jedoch die essentielle Hyperhidrose von Handflächen, Fußsohlen und
Achselhöhlen.
Therapie
Systemische Pharmakotherapie
- Versuch mit Clonidin (Catapresan®)
- Anfangsdosis 2-3 x 0,075mg/d
- Maximaldosis 2-3 x 0,3mg/d
- Anticholinergika
- vor allem Bornaprin (A/D: Sormodren®, 1tbl = 4mg)
- langsame Dosissteigerung von zunächst 1 x ½ tbl/d
- auf 2 x 1 tbl/d (=8mg/d)
Lokale Therapie
- Bei axillärer Hyperhidrosis
- lokale Anwendung einer 15%igen Aluminiumchloridhexahydrat-Lösung
mit 1% Methylzellulose (zur Eindickung)
- die Lösungvor dem Schlafengehen einmassieren
- anfangs jeden zweiten Abend, später nur noch nach Bedarf
- Wirkung: Verstopfung der Schweißdrüsenausführungsgänge und sekundär einer Atrophie
des Drüsenepithels.
- Bei vermehrter palmoplantarem Schwitzen
- Antihidrotika als Salben und Pudern, z.B.
- Methenamin (Antihydral® Salbe)
- jedoch nicht als jahrelange Dauertherapie
- Leitungswasser-Iontophorese
- Hand- bzw. Fußflächen in mit Leitungswasser gefüllten Schalen getaucht
- Edelstahlplatten schwache Gleichströme eingeleitet (Stromstärke langsam steigern;
maximal 10-15mA an den Händen, 15-20mA an den Füßen)
- Ströme sollen nur zu allenfalls leichten Mißempfindungen führen
- direkter Kontakt mit den Stahlelektroden vermeiden
- Dauer der Einzelbehandlung 20-30min, anfangs täglich
- Erhaltungstherapie einmal wöchentlich
- Für die Heimbehandlung: Hidrex-Gerät
Operative Therapie
Axilläre Schweißdrüsen-Exzision und obere thorakale Sympathektomie (verschieden
operative Techniken) sind schweren und sonst therapierefraktären Fällen vorbehalten.
Mögliche operative Komplikationen der Sympathektomie sind Horner-Syndrom,
Armplexusläsionen und Pneumothorax; mit kompensatorischen Schwitzen in anderen
Körperregionen ist fast regelmäßig zu rechnen. Ein Wiederauftreten der ursprünglichen
Symptome ist möglich.
|