Spezielle
Therapie
Thrombolyse
- Die intravenöse thrombolytische Therapie mit recombinant tissue plasminogen activator
(rtPA 0,9mg/kgKG innerhalb eines 3-Stunden-Fensters)
führt zu einem signifikant verbessertem outcome nach einem ischämischen Schlaganfall
(National Institute of Neurological Disorders and Stroke 1995).
- Darüber hinaus gibt
es Hinweise, dass diese Therapieform bis zu 6h nach Symptombeginn für eine Untergruppe
von Schlaganfallpatienten von Nutzen sein kann (Hacke et al. 1998).
- Die Lysetherapie
mit rtPA ist in Nordamerika für die Behandlung des ischämischen Schlaganfalles innerhalb
eines 3-Stunden-Fensters zugelassen, wobei in Europa noch Zweifel hinsichtlich des
Nutzen-Risiko-Verhältnisses bestehen und bislang keine Zulassung erfolgte.
- Bei Patienten
mit schweren Infarkten (NIH-Stroke-Scale > 22) und ausgedehnten Infarktfrühzeichen
kann die Lysebehandlung infolge des Risikos von Sekundärblutungen kontraindiziert sein
(von Kummer et al. 1997).
- Allgemein sollte die Lysetherapie des Schlaganfalles nur in
neurologischen Zentren durchgeführt werden, die Erfahrung mit der Frühdiagnose von
Schlaganfällen und der Beurteilung von Infarktfrühzeichen haben.
- Streptokinase sollte als intravenöse
Lysetherapeutikum nicht mehr verwendet werden, da dieses mit einem deutlich erhöhten
Blutungsrisiko sowie blutungsassozierten Todesfällen vergesellschaft war (Multicenter Acute Stroke Trail 1996).
- Die intraarterielle thrombolytische Behandlung mit
Pro-Urokinase
führte bei Patienten mit Verschlüssen der proximalen A. cerebri media in einer
randomisierten Studie zu einer deutlichen Verbesserung des outcome, ist aber an
interventionelle angiographische Techniken gebunden und somit nur spezialisierten Zentren
vorbehalten (Furlan et al. 1999).
- Die intraarterielle Behandlung von
Basilarisverschlüssen mit Urokinase oder rtPA wird ebenfalls mit Erfolg an
spezialisierten, interventionell-angiographisch tätigen Zentren eingesetzt (Hacke et al.
1988; Brandt et al. 1996).
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