Stupor
Symptomatik
Keine körperlichen oder psychischen Aktivitäten erkennbar, obwohl Patient Umweltreize
wahrnimmt und verarbeitet. Trotz Wachheit reagiert der Patient nicht auf
Kommunikationsversuche (Mutismus); er wirkt starr und ausdruckslos bei extremer inneren
Gespanntheit. Häufig Rigor, Fieber, vegetative Symptome. Bei depressivem Stupor können
stark verlangsamte Reaktionen des Patienten vorhanden sein.
Therapie
bei perniziöser Katatonie bei schizophrener Psychose
- geschlossene Abteilung mit intensivmedizinischer Betreuung, evtl. Sitzwache
- Haldol® 1-3 x 10-30mg/d
- Temesta® 1-3 x 2,5mg/d
- Elektrokonvulsionsbehandlung
bei Verdacht auf malignes neuroleptisches Syndrom
- Absetzen der Neuroleptika, Intensivstation
- Dantrolen® i.v. (=20mg Trockenstechamp.)
- initial 2,5mg/kgKG in 15min
- anschließend 1mg/kgKG/h über 24h
- Bromocriptin (Bromed®) 1-3 x 10mg/d
bei gehemmter Depression
- Saroten® ret 1-2 x 75mg/d
- Haldol® 1-3 x 5-10mg/d
- geschlossene Abteilung
bei neurologische Ursachen
wie postiktale Zustände, Enzephalitis, Parkinson-Krise
- Vitalfunktionen sichern
- siehe A.1
bei internistischer Ursache
wie Hyperkalzämie, hepatische Enzephalopathie, akute intermittierende Porphyrie,
diabetische Ketoazidose
- Vitalfunktionen sichern
- siehe A.1
bei psychogener Ursache
(Konversionsneurose)
- psychotherapeutische Intervention
- stationäre Beobachtung
Ärztliches Verhalten
- organische Abklärung
- parenterale Ernährung
- bei endogenen psychotischer Genese abruptes Umschlagen in einen Erregungszustand
jederzeit möglich!
- unter ärztlicher Begleitung rasches Einliefern in psychiatrische Klinik
- Sitzwache
|