Myasthenie - Therapie
Myasthenie Therapiewegweiser: Cholinesterase-Hemmer,
Immunsuppresion (Azathioprin,
Cycloposphamid), Plasmaaustausch,
Thymektomie, 7S-Immunglobuline
Thymektomie
Nach der gegenwärtigen Vorstellung über die Immunpathogenese der MG spielt der Thymus
bei der Expression der Antikörper eine wichtige Rolle. Die ursprünglich empirisch in die
MG-Behandlung eingeführte Thymektomie ist daher auch heute noch ein fester Bestandteil im
Therapieplan der MG. Methode der Wahl ist die mediane Sternotomie.
Th. MG-Patienten ohne Thymom
Jüngere Patienten (bis 50LJ) sollten möglichst innerhalb des ersten Jahres nach
Manifestation der MG thymektomiert werden, wenn nicht durch eine kleine Dosis von
Cholinesterase-Hemmer (3-4 x 60mg Mestinon®/d) eine dauerhafte stabile Besserung der
Symptome erzielt werden kann. Die Chance der Remision ist in diesem Stadium vor allem für
junge weibliche Patienten am höchsten. Patienten mit rein okulärer MG werden im
allgemeinen nicht thymektomiert.
Th. MG-Patienten mit Thymom
Etwa 10% der MG-Patienten haben ein Thymom, umgekehrt zeigen etwa 1/3 der Patienten mit
einem Thymom Zeichen einer MG. Thymom und erhöhte Antikörper-Titer gegen quergestreifte
Muskulatur sind korreliert. Der Nachweis eines Thymoms gelingt heute mittels CT und MR in
den meisten Fällen.
Therapie nach Thymektomie
In zahlreichen Fällen kommt es innerhalb weniger Tage bis Wochen nach einer
Thymektomie zu einer Besserung der myasthenischen Symptome bis hin zur Remission. Die
postoperative Beobachtung auf einer Intensivstation sollte für mindestens 48h erfolgen.
Im ersten postoperativen Zeitraum keine Cholinesterase-Hemmer (12-24h). Nach 24h
Einstellung auf orale Medikamente, falls Behandlung notwendig. Ist die orale Einnahme noch
nicht möglich, muß die Äquivalenzdosis parenteral verabreicht werden. Bei Remission
Absetzen der immunsuppressiven Therapie unter regelmäßiger Überwachung
(MG-Score-Kontrolle, AchR-AK).
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