Tollwut (Rabies)
Ätiologie
Virale Enzephalomyelitis. Übertragung des Erregers mit dem Speichel des infizierten
Tieres.
Klinik
Variable Inkubationszeit (20-90 Tage in 90% der Fälle) Unspezifische Prodromalstadium
mit Parästhesien in der Umgebung der Bißstelle. Exzitationsstadium mit Muskelspasmen,
Schlundkrämpfen (Hydrophobie!) und Erregungszuständen. Seltener paralytischer Verlauf
mit aufsteigenden, schlaffen Paresen. Bei manifester Erkrankung tödlicher Verlauf.
Diagnostik
Dramatischer Anstieg des Antikörpertiters 7-10 Tage nach Ausbruch der Erkrankung.
Virusnachweis im Speichel (Rachenspülwasser), Liquor oder in der Hirnbiopsie.
Therapie
- Symptomatische Intensivtherapie
- Meldepflicht bei Tollwutverdacht!
- Prophylaxe
- präexpositionell: bei beruflicher Exposition Grundimmunisierung mit 3 Impfdosen (1ml
Rabivac® Tollwut-HDC-Vakzine) an den Tagen 0, 7 und 21; Auffrischimpfung nach einem Jahr,
dann alle 2 Jahre.
- postexpositionell: Reinigen der Wunde mit 70%igem Alkohol oder Jodtinktur
Immunisierung
Bei Belecken der Haut oder Verletzung (Kratz-, Schürf- oder Bißwunden) durch ein
tollwütiges Tier sofortige passive und aktive Immunisierung. Bei Belecken oder Verletzung
durch ein tollwutverdächtiges Tier sofort aktive Immunisierung ; bei Erkrankung des
verdächtigen Tieres innerhalb einer Beobachtungszeit von 10 Tagen zusätzliche passive
Immunisierung; sofortige aktive und passive Immunisierung, wenn sich das verdächtige Tier
einer Beobachtung entzogen hat.
Aktive Immunisierung: 1ml Rabivac® Tollwut-HDC-Vakzine i.m. an den Tagen 0,3,7,14 und
30 und 90. Präexpositionell immunisierte Patienten erhalten nur zwei Auffrischimpfungen
an den Tagen 0 und 3 und keine Immunglobuline.
Passive Immunisierung: Berirab® Tollwut-Immunglobulin 20 IE/kgKG, zur Hälfte i.m.,
zur Hälfte um die Wunde infiltrieren.
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