Tuberöse Sklerose (Morbus Bourneville-Pringle)
Klinik
Die tuberöse Sklerose ist die häufigste neurokutane Dysplasie im Kindesalter mit der
typischen Symptomentrias von Hautveränderungen (Adenoma sebaceum), epileptischen
Anfällen und intellektueller Retartierung. Zusätzlich können Läsionen von Retina,
Niere, Skelett und Herz vorliegen. Die tuberöse Sklerose tritt in einem Teil der Fälle
familiär gehäuft mit autosomal-dominantem Erbgang auf, die restlichen Erkrankungsfälle
werden als Neumutation aufgefaßt. Die Bezeichnung tuberöse Sklerose resultiert aus den
häufigen, makroskopisch am Gehirn erkennbaren kortikalen Tubera. Im Bereich der
Ventrikelwände kommt es typischerweise zu oft verkalkten Raumforderungen, die durch
Verlegung der Foramina interventrikularia die Liquorzirkulation beeinträchtigen und zum
Hydrozephalus führen können; es sind subependymale Riesenzellastrozytome beschrieben.
Die Lebenserwartung ist deutlich reduziert.
Therapie
- In den meisten Fällen ist eine dem Alter des Patienten und der Art der Anfälle (70%
generalisiert, meist tonisch-klonisch, 20% fokal, Kombination möglich) entsprechend
antikonvulsive Medikation erforderlich (siehe G.).
- Von neurochirurgischer Seite erfolgt bei Liquorabflußstörungen mit Hydrozephalus die
Anlage eines Shunt-Systems; ggf. kann die operative Entfernung einer Neubildung
vorgenommen werden.
Neben einer evtl. symptomatischen Therapie sollte nach Diagnosestellung die genetische
Beratung der Familie erfolgen.
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