Verwirrtheit
Symptomatik
Gehäuft bei Menschen im höheren Lebensalter mit hirnorganischer Veränderung.
Denkstörung im Sinne von Weitschweifigkeit, Sprunghaftigkeit und Auffassungsstörungen
bei allgemeiner Verlangsamung; häufig örtlich und zeitlich unsicher, während die
situative Orientierung oftmals intakt ist; Affektinkontinenz mit erhöhter
Irritierbarkeit; Altgedächtnis relativ wenig beeinträchtigt bei leichten
Verwirrtheitszuständen. Nächtliche Akzentuierung durch zirkadiane Schwankungen des
intrazerebralen Blutdrucks und/oder Verlust sensorischer Information in der Dunkelheit.
Therapie
nach Ursache
- internistisch (Herzinsuffizienz, Infektionen, postoperativ, metabolisch)
- neurologisch (zerebrovaskuläre Insuffizienz, Meningitis, Enzephalitis, SHT)
- Entzug (Alkohol, Sedativa)
- toxisch (Anticholinergika, Diuretika, Antihypertensiva etc.)
sonstige Maßnahmen
- Therapie der Grundkrankheit
- Flüssigkeitszufuhr
- Haldol® 1-3 x 0,5-2mg/d
- Buronil® 1-3 x 25-50mg/d
- Distraneurin® 1-8 x 200mg/d
- keine anticholinerge Medikation
- keine blutdrucksenkende Medikation
Ärztliches Verhalten
- Vor Psychopharmaka-Gabe exakte Medikamentenanamnese (Angehörige befragen)
- cave: blutdrucksenkende Medikation: Verschlechterung der zerebralen Durchblutung!
- Sofern keine stationäre Behandlung zwingend erforderlich, den Patienten möglichst in
altvertrauter Umgebung belassen oder seine rasche Rückkehr dorthin in die Wege leiten.
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