Von-Hippel-Lindau-Krankheit
Klinik
Bei der von-Hippel-Lindau-Krankheit (direkt und indirekte DNS-Diagnostik mit Markern
für Chromosom 3 möglich) kommt es zur Bildung meist zystischer Tumoren
(Hämangioblastome) im ZNS, insbesondere im Cerebellum und im Bereich der Retina sowie in
anderen Organen wie Nebennieren, Nebenhoden, Leber, Pankreas oder Milz. Überwiegend
handelt es sich um zystische Gebilde mit wandständigem, vaskulärem Tumor, selten um
solide Tumoren. Meist manifestiert sich die Angiomatosis retinae als erstes, es kommt zu
Exsudation , zur Blutung, zur Ablatio retinae und schließlich, im unbehandelten Fall, zum
Glaukom und völligen Sehverlust. Neurologisch stehen die Symptome des zerebellären
Hämangioblastoms im Vordergrund, dabei insbesondere die Zeichen intrakranieller
Drucksteigerung, sowie zerebelläre Störungen; bei der in der Literatur beschriebenen
spinalen Manifestation finden sich Zeichen der Rückenmarkskompression.
Therapie
Kleinhirnangioblastome werden operativ entfernt. Bei Tumoren, die einer operativen
Behandlung nicht zugänglich sind, wird in der Literatur auch die Strahlentherapie
empfohlen. Die retinalen Manifestationen sollten rechtzeitig einer ophthalmologischen
Behandlung zugeführt werden (Laser-Koagulation).
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