Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Klinik

Im Kleinkindalter beginnende Schwäche im Beckengürtel, die rasch progredient verläuft und sich auf den Schultergürtel ausbreitet. Entwicklung sogenannter Gnomenwaden. Gowers-Zeichen. Wegen des X-chromosomalen Erbgangs sind nur Knaben betroffen. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 20j (2012: heute auch schon mehr).

Tod durch Herzinsuffizienz (Kardiomyopathie) oder Ateminsuffizienz und deren Folgen (pulmonale Infektionen).

Labordiagnostik

  • CK-Werte und Muskelsonographie bei Betroffenen und seiner Mutter
  • pyopathische EMG-Veränderungen
  • Muskelbiopsie (konventionelle Analyse sowie Dystrophin-Bestimmung im Immunoblot-Verfahren und immunfluoreszenzmikroskopisch)
  • Nachweis von Mutation, Deletion und Duplikation im Duchenne-Becker-Gen
  • pränatale Diagnostik (siehe LMU-München)

Therapie

Physikalische Therapie

Außer der Durchführung der bereits oben genannten allgemeinen Maßnahmen ist darauf hinzuweisen, dass der Patient möglichst oft steht, z.B. mit Hilfe eines Stehbretts. Dadurch können Lungen- und Kreislauffunktion gebessert und die Progression der Skoliose gehemmt werden.

Medikamentöse Therapie

Von zahlreich eingesetzten Medikamenten zeigten lediglich Verapamil und Kortikosteroide in einer einjährigen Studie einen günstigen Effekt. Wegen der Wirkung auf die Herzmuskulatur scheint der Einsatz von Verapamil jedoch nicht gerechtfertigt. Das Ergebnis einer Deflazacort-Studie (im Vergleich zu Prednison getestet) steht noch aus.

Atemtherapie

Intermittierende Beatmung zunächst nachts, später auch tagsüber mit mobilen Atemgeräten, wenn sich ein chronisches Unterbeatmungssyndrom entwickelt (nächtliches Schwitzen, tagsüber Müdigkeit und mangelnde Konzentration, häufige Lungeninfekte, Kopfschmerzen).

Operative Therapie

Nach Rideau ist eine Verlängerung der Gehfähigkeit um mehrere Jahre möglich durch:

  • frühzeitige Weichteilbehandlungen, z.B. Spaltung der Fascia lata des M. quadriceps, wodurch die Hüftbeugekontraktur und deren Folgen (Rollstuhlerfordernis, Skoliose) um Jahre aufgeschoben werden kann
  • operative Stabilisierung der Wirbelsäule

Hilfsmittel

z.B. Oberschenkelgehapparat nach operativer Weichteilbehandlung

Schwangerschaftsabbruch

Bei molekulargenetischem Nachweis einer schwerwiegenden Genveränderung Schwangerschaftsabbruch. Die Untersuchungen können von den in entsprechenden Instituten vermittelt werden.

Gentherapie und Myoblastentransfer

vorerst unbefriedigend

Schreibe einen Kommentar