Psychiatrische Notfälle

Allgemeines Vorgehensweise

Ein Vieraugengespräch Arzt – Patient sollte angestrebt werden. Ausnahme: unmittelbare Lebensgefährdung des Pat. (wie akute Suizidtendenz) oder Gefährdung des Arztes.

  • erst grob neurologisch-internistische untersuchen
  • durch die organische Untersuchung erhält man leichter den Zugang zum Patienten; er fühlt sich nicht auf „eine Dimension reduziert“ – fühlt sich vollwertiger
  • mit dem Patienten über die Umstände sprechen, die zur Einweisung bzw. Aufnahme führten
  • Ruhe und Übersicht bewahren, sachlich direktive Anweisungen an Pat. (und Angehörige)
  • Symptom-bezogene Anamnese mit Erfassung
    • von Vorgeschichte, insbesondere Suchterkrankung
    • psychiatrische Vorbehandlung
    • Suizidversuche
    • Sozialanamnese
  • auch Angehörige unter vier Augen sprechen
  • geplante Behandlungsschritte – inkl. Medika-Therapie – erklären
  • persönlich einschränkende Maßnahmen (z.B. Zwangseinweisung in psychiatrische Klinik gegen den Willen des Patienten) ansprechen und begründen
  • nicht verhandeln sondern handeln und das Handeln erklären
  • man darf sich nicht erwarten, dass der Patient das Handeln des Arztes voll versteht, wichtig ist die Wahrnehmung und das Gefühl der Transparents – sonst fühlt sich der Patient hintergangen und weitere therapeutische Kontakte werden erschwert
  • Seriosität ist oberstes Gebot – wer abwertet verliert!
  • sollten Schutzmaßnahmen, wie Fixierungen notwendig werden, sind diese rasch und bestimmt umzusetzen – und auch gleichzeitig dem Patienten zu erklären
  • Transferierung an eine psychiatrische Abteilung dient der Verbesserung der Versorgung des Patienten und ist daher ihm und auch den Angehörigen so zu erklären. Ein Grund: In unserer Gesellschaft wird dieser Schritt meist als „sozialer Abstieg“ gesehen.

Durch die Mithilfe von Angehörigen kann oft eine Zwangseinweisung umgangen und die Mitarbeit des Patienten erleichtert werden.

Therapie-Ansatz

Die beschriebenen Behandlungen sind als Stufen-Schema zu verstehen. Man kann in Abhängigkeit vom Schweregrad einzelne Medikamente in verschiedenen Dosierungen und auch Kombinationen verschreiben. Bei älteren Menschen kann man die Dosis oft reduzieren. Auf Nebenwirkungen ist zu achten.

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