Literaturempfehlung

Die Neurologie lässt sich wie eine Blumenwiese lesen. Will man verstehen, warum etwas blüht, wuchert, verdorrt, oder zerstört ist, muss man die Zusammenhänge im Großen sehen. Wer nur das Detail betrachtet, handelt unter Umständen falsch.

Übersetzt auf die Neurologie heißt das: Man sollte die einzelnen Regionen des Gehirns kennen, das Zusammenspiel der Strukturen im Detail – erst dann versteht man, was passiert, wenn in einer bestimmten Region eine Störung auftritt. Was der Wiese das Wasser, ist dem Gehirn der Blut, Lymphe und Liquor. Zu- und Abtransport vieler Stoffe (Sauerstoff, Zucker, andere Nährstoffe, Hormone, CO2 und Abbauprodukte, …) sind zu berücksichtigen. Und nicht zuletzt die verschiedenen zellulären und humoralen Entzündungsreaktionen.

Dazu kann man sich Wissen aus verschiedenen Medizin-Gebieten aneignen:  weiter lesen…

Anamnese in der Neurologie

Wie kommt man zur Diagnose? Die Neurologie lebt von der „Krankengeschichte“ – der Anamnese. Diese Information erhält man durch die Unterhaltung mit dem Patienten. Dafür muss man sich Zeit zu nehmen, ihn anhören, ihn im Gespräch führen, seine Ausführungen gewichten, gegebenenfalls nachfragen und in der Terminologie hinterfragen – gleiche Worte haben nicht immer den gleichen Inhalt. Dies klingt anfänglich kompliziert, man kommt aber schnell drauf, wie man das Gespräch strukturiert und effizient führt.

Ein Beispiel: Ein Patient erscheint gehend in der Ambulanz. Er gibt an, heftige, kaum erträgliche Kopfschmerzen zu haben und greift sich auch an die Stirn… Der erste Schritt ist sicher nicht, eine Computertomographie oder ein MRT zu machen, da es eine Unzahl von Kopfschmerzen gibt (mehr als 140), wohl aber nur eine bestimmte Form die Ursache ist. Wenn Sie jetzt vorschnell handeln, verlängern Sie unter Umständen den Weg bis zur richtigen Diagnosen und zur effizienten Behandlung. Daher beginnen Sie mit gezielten Fragen. Bei Kopfschmerzen wird man freilich anders fragen als bei Kreuzschmerzen, oder bei Lähmungen, Gefühlsstörungen; das hängt vom eigenen Wissen über die neurologischen Krankheiten ab. Aber ein etwa gleichbleibendes Grundkonzept sollte man sich zurechtlegen, damit man nicht den Lebensroman des Patienten erfährt, ohne auf den Kern seiner Beschwerden zu kommen.

Wenn ich auch noch nicht viel über die Neurologie selbst gesagt habe, hier mal ein kleiner Hinweis: Die beste Information über Kopfschmerzen erhält man von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Die bei uns gebräuchliche Klassifikation kommt von der International Headache Society, heißt ICHD und liegt in der 3. Version auf. Sie kann auch als ICHD-3 in deutscher Übersetzung vom Server der DMKG heruntergeladen werden.

Jetzt bin ich aber schon etwas zu tief in der Neurologie. Wir sind noch bei der Anamnese.

Die Struktur der Anamnese

Grundsätzlich kann jeder seine Patientengespräche nach Belieben gestalten. Hält man sich jedoch an eine Struktur, kann man schneller eine Krankheitsbeurteilung erreichen.

Die Struktur sollte folgende Punkte beinhalten:

  • wann begannen die Beschwerden
  • waren sie von anderen Symptomen begleitet
  • gibt es Auslöser, vermutete Auslöser
  • welche sonstigen Erkrankungen hat der Patient
  • nimmt der Patient Medikamente ein
    • welche nimmt er regelmäßig ein
    • wofür nimmt er Bedarfsmedikamente ein
  • hat er bereits andere Ärzte aufgesucht
  • gibt es Vorbefunde
  • welchen Lebensstil hat er
    • Tätigkeitsbereich, erlernter Beruf
    • Familie
    • Freizeitgestaltung
    • Belastungen (beruflich, Familie, finanziell, sonstige…)
    • Ernährungsgewohnheiten, Rauchen, Alkohol und andere Genussgifte

Wo finde ich das „alte“ neuroscript.com

Einfach gesagt: Es gibt kein altes neuroscript.com. Zu verwirrend wäre eine parallele Darstellung von Information, die nicht mehr aktuell ist neben einer aktuellen Darstellung. Die bisherige Version konnte man wie ein Buch lesen. Das war besonders geeignet, wenn man ein allgemeines Wissen über die Neurologie erwerben wollte.
Im neuen Neuroscript finden sie nur Informationen, die nach 2018 (20 Jahre nach dem Beginn dieser Seite) entstanden sind.
Ich hoffe das enttäuscht Sie nicht. Wenn doch, dann schreiben Sie mir unter wolfgang.kubik@neuroscript.com

neuroscript.com entsteht neu.

neuroscript.com besteht seit mehr als 20 Jahren – Als 1998 die Seite mit über 500 Krankheitsbilder online ging, war die Welt der medizinischen Informationen noch überschaubar. Google war noch klein und kaum bekannt. Wikipedia wurde erst 3 Jahre später geboren.

Inzwischen hat sich viel getan. Das Wissenszuwachs war gewaltig. Manche Krankheiten stehen heute in einem ganz anderen Licht. Google versucht dies in seiner ganzen Breite zu erfassen und Suchanfragen entsprechend zu beantworten. Dabei muss man sich selbst ein Bild über den Wahrheitsgehalt oder die Wichtigkeit der Information machen.

Wikipedia spielt hier in einer anderen Liga. Der Wahrheitsgehalt des Inhaltes ist hoch. Die Information ist meist sehr praktisch ausgeführt. Für eine schnelle Übersicht von Krankheiten oder Begriffserklärungen verweise ich gerne darauf. So wendet sich das Blatt – war neuroscript.com anfänglich die Quelle für Informationen auf Wikipedia, schaut es heute umgekehrt aus.

Dies ist aber nicht das Ende von Neuroscript. Die Stärke der Seite war immer der Praxisbezug. Dies wird in der aktuellen Version wieder so sein.

Freuen Sie sich auf das neue neuroscript.com
Ihr Autor und Wegbegleiter durch die aktuelle Neurologie

Dr. Wolfgang Kubik
Facharzt für Neurologie
Ärztliche Leitung der Reha Radkersburg, Radkersburger Hof